Dreist: Wackes Rap-Satire-Magazin ignoriert Ami-Rap

Hannover. Nachdem lange keine öffentliche Kritik laut wurde, beweist eine Studie nun, was viele schon lange insgeheim dachten: Das Rap-Satire-Magazin „Der Sprechgesangskurier“ behandelt offensichtlich ausschließlich deutschen Hip-Hop und lässt amerikanischen (und somit eigentlich viel realeren) Hip-Hop völlig außen vor.

Viele Leser des selbsternannten „einzig realen Rap-Portals“ fühlen sich getäuscht und kündigten an, zu einem der vielen anderen deutschen Rap-Satire-Magazine zu wechseln. „Mir ist das bei der Artikelflut bisher noch nie aufgefallen, aber wenn der Sprechgesangskurier nicht sofort auch über Ami-Rap schreibt, bin ich weg. Ich höre seit Jahren nur Ami-Rap, ich bin schließlich wirklich real.“, so der 14-jährige Kevin D. aus Berlin. Neben enttäuschten Lesern gibt es jedoch auch viele Anhänger, die angesichts solch dreister Pseudorealness bestürzt den Kopf schütteln und die These anzweifeln.

Das Ergebnis einer vom ISG (Institut für Sprechgesang) in Hannover durchgeführten Studie könnte aber deutlicher nicht ausfallen: 100% aller Artikel des angeblich „realen“ Sprechgesangskuriers handeln von der deutschen Rap-Szene, ganze 0% von amerikanischem und somit wirklich realem Hip-Hop. Eine Dreistigkeit sondergleichen, viele Experten sind fassungslos. Das pikante an der Sache: Der „Sprechgesangskurier“ veröffentlich selbst Artikel, in denen sich über die fehlende Realness anderer, bedauernswerter Personen der Rap-Szene lustig gemacht wird.

Unklar ist, welche Konsequenzen das Ganze für den „Postillon des Hip-Hops“ haben wird. Ob der Sprechgesangskurier wegen seiner zur Konkurrenz fliehenden Leserschaft eingestellt wird oder die lange für höchste journalistische Qualität stehende Seite gar juristische Konsequenzen befürchten muss, steht noch in den Sternen. Wie erwartet standen die Hintermänner des skrupellosen Rap-Magazins für eine Stellungnahme leider nicht zur Verfügung.

Mit zusätzl. Annotations auch veröffentlicht bei: RapGenius
© Der Sprechgesangskurier; Foto: pixabay, Public Domain