Review: Bass Sultan Hengzt – Endlich Erwachsen

Von Klaus Peter Friedrich

Man sollte ja generell beim Rezensieren von Rap-Platten nicht zu schnell in Euphorie ausbrechen, aber das Gefühl, was ich mit „Endlich Erwachsen“ verbinde, ist schlichtweg Begeisterung! Ich blicke ja nun schon auf eine lange Zeit des Reviewens und Bewertens zurück, aber ein nützlicheres Produkt ist mir bisher noch nicht in die Hände gekommen.

Jeder kennt es, es ist Sonntagnachmittag und der lästige Besuch bei der eigenen Mutter im Pflegeheim steht mal wieder an, wieder stundenlang seniles Geschwafel über die alten Zeiten. Zufällig hat sie auch noch Geburtstag, der 77., na super. Daran gedacht hat natürlich wieder keiner und die Supermärkte haben ja sonntags auch geschlossen. Zum Glück hatte ich jedoch ein paar Tage zuvor dieses wirklich praktische Album erworben. Eigentlich um am Wochenende eine Review darüber zu machen, was jedoch nicht klappte, weil ich beim Anhören dermaßen schläfrig wurde, dass ich nur bis Titel 3 kam. Ich dachte mir also, wieso aus der Not nicht eine Tugend machen und machte mich mit Fabian Cataldi‘s (Bass Sultan Hengzts bürgerlicher Name) Werk unterm Arm auf zum Pflegeheim.

Als meine Mutter nach der Begrüßung wie so oft damit begann, gedankenverloren über die Eigenarten meines längst verstorbenen Vaters zu philosophieren, reichte ich ihr nach einer herzlichen Umarmung mein Geschenk und lag die CD ohne auf eine Reaktion abzuwarten in den CD-Player. Nach kurzem aufmerksamem Zuhören überkam meine Mutter nach Track 2 eine derartige Müdigkeit, dass sie innerhalb 5 Minuten wegnickte. Nun konnte ich mit gut gelaunt einen schönen Nachmittag machen, was ich nur dem ausdruckslosen Album von Bass Sultan Hengzt zu verdanken habe!

Bewertung: 5/5 Valiumtabletten

© Der Sprechgesangskurier